Geschichtliches

Die Kirchenruine, der Wallberg mit Wallgraben und drei mind. 400 Jahre alte Linden prägen das Ortsbild des idyllisch gelegten Dorfes Rolofshagen.

Zwischen 1220 (Urkunde Tribsees 1221) und 1223 (Rolofshagen) besiedelten Lokatoren, meist Angehörige des niederen Adels, diese Region überwiegend mit friedlichen Mitteln. Sie fanden in der Regel bewaldete Gebiete vor, die sie mit Hilfe der eingewanderten Siedler, aber auch slawischer Neusiedler, in Ackerland umwandelten. Die Burgen dienten eher der eigenen Besitzstandswahrung gegenüber anderen Adligen und auch dem Landesherrn. Der Bau einer Burg war ausserdem ein zu erwerbendes Privileg. Das Image der aggressiven Raubritter entstand erst im Verlaufe des hohen Mittelalters mit Verarmung der Adligen.

Die Namensgebung der Orte folgte meist dem Namen des Lokatoren, aber sicher nicht im Bewusstsein eines Sieges, sondern die Ortsnamenvergabe folgte ganz praktischen Erwägungen. Denn in einer Zeit ohne Karten waren die allgemein bekannten Lokatorennamen einfach gute Orientierungspunkte und sie gaben gleichzeitig den jeweiligen Besitzer mit Namen an (damit auch eine rechtliche Benennung).

An der Wasserader, der Kronhorster Trebel, entstanden die Kahlschläge Sievertshagen, Papenhagen, Rolofshagen, Hoikenhagen, Glashagen und Stoltenhagen. Die Ortsritter gaben ihre Siegernamen den Ortschaften.

Die Siedlung Rolofshagen (in der alten Urkunde von 1273 Roleveshagen benannt – Rolf oder Rudolf als ortsgründender Ritter des Hagendorfes) entstand am ehemaligen hochmittelalterlichen Turmhügel; Hoikenhagen – dänisch Hoik (Heinrich oder bei uns auch Hinrichshagen).

Ob die Kirchenstandorte immer auch alte religiöse Zentren der Slawen waren, wissen wir nicht. Für große Tempel, wie in Gützkow, gibt es dafür zwar historische Andeutungen des 12. Jhds. Aber insgesamt wurden im südlichen Ostseeraum bei den vielen kirchenarchäologischen Untersuchungen nie Hinweise auf slawische Vorgängertempel entdeckt. Vielmehr scheinen die Lokatoren und die Klöster an der baldigen Errichtung geistlicher Räume im Laufe der Kolonisation interessiert gewesen zu sein. Man mag darin auch psychologisches Kalkül wittern, primär aber war sicher das Bedürfnis nach der Schaffung von Gottesdiensträumen für die Bewohner der Dörfer und Seelenheil der jeweiligen Stifter der Grund für den Kirchenbau. Schließlich war dies der Ort für den Gottesdienst, die Taufe und das Begräbnis als wesentlicher christlicher Dienst.